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  • Rainer Kessele

Das sagt einem doch der Hausverstand…

Immer wieder höre ich diesen Satz, nicht immer finde ich ihn gut. Manchmal hindert uns der Hausverstand zu lernen und besser zu werden.


Habe ich mit meiner These Ihre Neugier geweckt? Was ist denn eigentlich dieser Hausverstand?


Der Hausverstand umfasst das Wissen, welches wir von Haus aus mitbringen, ergänzt um die Erfahrungen unseres bisherigen Lebens. Das kann eine Menge sein und das ist auch sehr wichtig für uns Menschen, es prägt unsere Verhaltensmuster und hilft uns, unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen. Es ist ideal dafür einsetzbar, wenn Fire fighting angesagt ist. Immerhin haben wir aus unseren Erfahrungen gelernt, wie auf gewisse Umstände zu reagieren ist.


Und da sind wir am Punkt angelangt, wo wir aufpassen müssen: unsere Erfahrungen helfen uns, auf das sichtbare Problem eine schnelle Abhilfemaßnahme zu finden. Wir erkennen Symptome und reagieren. Nicht immer sagt der Hausverstand, dass hier eine Ursachenanalyse, eine Systembetrachtung durchgeführt werden sollte.


Immer wieder beobachte ich besonders bei Produktionsabläufen diese schnellen Problembehebungen, kurz das verbogene Teil entfernt, Fehler quittiert und schon läuft die Maschine wieder. Auf meine Frage hin, was das jetzt war, höre ich oft genug: „Nur eine Kleinigkeit, läuft alles schon wieder…“. Wenn ich dann weiter frage, so erfahre ich, dass die Führungskraft schon einige Male auf den Fehler hingewiesen wurde, aber eben nichts passiert ist. Manchmal wurde irgendetwas an der Anlage verändert, aber geholfen hat es meistens nicht.


Und unser Hausverstand sagt: „Bevor ich hier noch länger mit Meckern auffalle, lebe ich halt mit dem Fehler und mach mir meinen Workaround“.

Und die Führungskraft wird Ihnen die Antwort geben, dass sie so viel andere Probleme an anderer Stelle hat, dass sie sich um die großen davon kümmern muss. Die Anlage würde doch sowieso laufen, auch mit dem Fehler…


Fällt Ihnen etwas auf? Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?


Dadurch, dass wir unsere Probleme immer wieder symptomatisch lösen, werden es immer mehr, und dabei verlieren wir auch noch die Motivation unserer Mitarbeiter.

Wir sollten versuchen, unsere Probleme systemisch zu betrachten, mit den Augen eines Kindes, ohne alle unsere Erfahrungen, ohne unseren Hausverstand, all das, was uns für manche neue Aspekte blind macht. Methoden dafür gibt es genug. Wenn wir die Komfort-zone unserer Erfahrungen verlassen, haben wir eine große Chance, Zusammenhänge zu erkennen und Neues zu lernen.


Wir müssen es nur wollen und dürfen. Und wenn wir unsere Mitarbeiter mit einbeziehen, sie einladen, an diesem Prozess teilzunehmen, da sei ein Teil des Systems sind, dann wird die Begeisterung dafür vor allem dann groß sein, wenn die Ersten erkennen, dass hier endlich an der ursächlichen Beseitigung ihrer Probleme gearbeitet wird.


Das sagt einem doch der Hausverstand, oder?


Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, dann kontaktieren Sie uns bitte.

Wir würden uns darüber freuen!


Und bleiben Sie (und Ihr Unternehmen) gesund!

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